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WARUM ICH – Wolf D. Kroll – Vorführung in Taucha

Der Film „Warum ich – Wolf D. Kroll“ feierte am 8. Mai 2026 seine Premiere im Oderbruch und wird seit dem 18. Juni 2026 bundesweit in kleinen Kinos und anderen Veranstaltungsorten gezeigt. Am 30. Oktober 2026 fanden zwei Vorführungen in der nordsächsischen Kleinstadt Taucha in einer Veranstaltungshalle auf einem Gewerbegrundstück statt. Ein Bericht und Appell von Gabriele Schade.

Der Film des Regisseurs Mario Nieswandt „Nur ein Piks – Im Schatten der Impfung“ lief im Jahr 2024 mehrere Wochen im Kino Taucha. Deshalb sollte die Premiere für seinen neuen Film „Warum ich – Wolf D. Kroll“ dort stattfinden. Jedoch war der Kinobetreiber, als es in die Planung ging, nicht erreichbar. Die Filmvorführungen am 30. Oktober 2026 lehnte er ab. Gründe dafür nannte er nicht. Herr Nieswandt hatte jedoch in den Tagen davor telefonischen Kontakt mit ihm. In dem Gespräch soll er die Halle als „Schuppen“ bezeichnet haben.

Im Film werden die Erfahrungen des damals 17-jährigen Wolf Dietrich Kroll parallel mit der Geschichte einer Journalistin erzählt. Diese hat den Auftrag mit dem Zeitzeugen eine Reportage über seine Erlebnisse im 2. Weltkrieg zu drehen. Die Erzählungen über die persönlich erlebten Schrecken des Krieges lösen in der Journalistin, die Mutter eines 17-jährigen jungen Mannes ist, große seelische Not aus. Denn seit geraumer Zeit spricht man in Deutschland wieder davon „kriegstüchtig“ zu werden und ihr Sohn scheint nicht abgeneigt zu sein, zur Bundeswehr zu gehen.

Wolf D. Kroll erzählt wie es damals dazu kam, dass er unbedingt Soldat werden wollte. Die Armee wurde glorifiziert und er war fasziniert von den Soldaten. Am 1.7.1944 wurde er zum Reichsarbeitsdienst eingesetzt und noch kurz vor Weihnachten kam er an die Front, was ihn mit Stolz erfüllte. Dort erlebte er jedoch die grausame Realität des Krieges. Als er von den schrecklichen Erlebnissen berichtet, kann man an seiner Mimik und Gestik ablesen, wie unfassbar schlimm diese für ihn gewesen waren. Die Szenen werden im Film nachgespielt und als Zuschauer erfasst einen das Grauen. Das Leid ist unvorstellbar. Bei der Schlacht um die Seelower Höhen hat er als einziger Soldat seiner Kompanie überlebt. Zeit seines Lebens hat die Frage „Warum ich?“ Wolf Dietrich Kroll begleitet. Sie wird am Ende des Films beantwortet.

In der Veranstaltungshalle in Taucha waren zur 18 Uhr-Vorstellung alle Plätze besetzt. Es waren ungefähr 100 Zuschauer, darunter auch junge Leute, gekommen. Ein Mann war sogar aus Landshut angereist, um sich den Film ein drittes Mal anzusehen und damit das Filmprojekt finanziell zu unterstützen. Nach dem Film gab es Möglichkeit Fragen an den Regisseur Mario Nieswandt und die Produzentin Melanie Madaus zu stellen.

Vorab gab Herr Nieswandt einige Informationen zu dem Filmprojekt. Er hatte bereits 2019 mit den Dreharbeiten begonnen und wollte mit dem Film der Kriegsrhetorik etwas entgegensetzen. Seelow ist der Wohnort von Mario Nieswandt. Dort hat er ein TV-Studio. Über den Verein „Zeitreise Seelower Höhen e.V.“ bekam er Kontakt zu Wolf D. Kroll. Jedoch kam durch „Corona“ das Projekt ins Stocken. Der Film „Nur ein Piks – Im Schatten der Impfung“ hatte höhere Priorität. Durch eine Kontaktaufnahme von Wolf D. Kroll rückte das Projekt wieder in den Fokus und er gab ihm Ende 2024 das Versprechen, dass der Film im Mai 2026 Premiere haben wird. Das Versprechen wurde gehalten und so fand die Premiere dann am 8. Mai 2026 in Golzow/Oderbruch mit dem mittlerweile 99-jährigen Hauptprotagonisten sowie über 400 Menschen statt und war ein voller Erfolg.

Seit dem 18. Juni 2026 wird der Film nun bundesweit in kleineren Kinos und anderen Veranstaltungsorten gezeigt. Es sei leichter gewesen für den Film „Nur ein Piks“ Vorführungsorte zu finden. Herr Nieswandt bat die Zuschauer um Kontaktaufnahme, wenn Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden können. Die Produktionskosten von insgesamt 178.000 Euro seien eine hohe Belastung und müssen noch eingespielt werden. Es ist geplant ab Dezember 2026 eine DVD incl. Streamcode zu verkaufen.

Die Produzentin Melanie Maudaus berichtete, dass Lehrer den Film gerne im Unterricht zeigen möchten. Die Schulämter würden das jedoch ablehnen. Ein Zuschauer merkt an, dass es zwar möglich sei, schmucke Soldaten der Bundeswehr in Schulen zu lassen, aber der Film mit einem Zeitzeugen des 2. Weltkrieges der Zutritt verweigert werde. Man werde im Alltag immer mehr auf die Bundeswehr eingestimmt. So berichtete eine Zuschauerin davon, dass sie nachdem sie einen Döner gegessen hatte, den Aufdruck „Hunger auf mehr – Bundeswehr“ in der Serviette vorfand. Auch Straßenbahnen seien mit Bundeswehr-Werbung plakatiert. Alles das erinnert an die Erzählungen des 17-jährigen Wolf D. Kroll. Auch in seiner Jugend wurde in der Schule immer wieder das Soldatsein heroisiert. Die Mechanismen wiederholen sich. Es bleibt zu hoffen, dass unsere Kinder sich davon nicht einfangen lassen.

Gegen 20 Uhr musste dann Platz für die Gäste der nächsten Vorstellung gemacht werden. Der Film stimmte sehr nachdenklich und wird die Zuschauer sicherlich im Nachgang noch beschäftigen.

Es stellt sich die Frage, warum es so schwierig ist Veranstaltungsorte für diesen Film zu finden? Ist es vielleicht nicht gewollt, der Bevölkerung zu zeigen, was Krieg wirklich bedeutet? Dieser Film und Berichte von Zeitzeugen wie Wolf D. Kroll gehören in jede weiterführende Schule und in die breite Öffentlichkeit.

Deshalb ein Aufruf an alle Eltern und Großeltern: Geht in die Schulen Eurer Kinder und Enkel und setzt Euch dafür ein, dass dieser Film gezeigt und diskutiert wird!

Text und Fotos: Gabriele Schade

www.brandenburgerfreiheit.de

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