Das BSW Oberhavel sieht die mögliche Ansiedlung des Drohnenherstellers K9 Robotics aus Berlin sehr kritisch. Dies geht aus einer Pressemittelung hervor, die der Kreisverband am 24.10.2026 verteilte [1]. Medienberichten zufolge will die Firma K9 Robotics in Kremmen Drohnen herstellen, welche Rettungskräfte im Einsatz unterstützen oder kritische Infrastruktur sichern.
Das BSW verweist darauf, dass das Unternehmen mit seiner Erfahrung in der Zusammenarbeit mit NATO-Einheiten werbe. Außerdem führe K9 Robotics den israelischen Drohnenhersteller CopterPIX auf seiner offiziellen Website ausdrücklich als Technologiepartner auf. Dieser arbeite auch für die israelische Armee.
Beteuerungen, dass die Drohnen beispielsweise keine Zulassung für Munition haben, hält das BSW für wenig überzeugend. Denn sollte die deutsche Industrie auf Kriegswirtschaft umgeschaltet werden, gelten diese Beschränkungen nicht mehr.
Darüber hinaus erinnert das BSW daran, warum auf Oranienburg und Umgebung im 2. Weltkrieg ca. 21.300 Bomben abgeworfen wurden: Ziele waren seinerzeit hauptsächlich die Rüstungsindustrie (Auerwerke) und der Flugplatz mit den Heinkel Flugzeugwerken.
Die Stadt schreibt dazu auf ihrer Homepage: „Unzählige im Erdreich vermutete Bombenblindgänger erschweren noch heute die Stadtentwicklung – die systematische Suche nach Bomben und deren Entschärfung verursachen hohe Kosten und Einschränkungen in Oranienburg. Von 1990 bis 2018 wurden in Oranienburg mittlerweile mehr als 200 Blindgänger entschärft.“ [2] Per März 2023 vermuteten Fachleute, dass noch immer ca. 250 Blindgänger im Oranienburger Boden schlummern. [3]
Gemeinsam mit dem geplanten Munitionslager in Wolfsruh (Luftlinie ca. 40 km von Kremmen entfernt) könnte also jetzt ein neuer potentieller Hotspot der Rüstungsindustrie entstehen und damit ein mögliches Angriffsziel im Ernstfall.
Dazu die Kreisvorsitzende des BSW Andrea Skandera: „Wir wollen keine Ängste schüren. Aber die Kriegsrhetorik einiger Politiker führt immer weiter in eine Eskalation und dann wird die Gefahr, dass dieser Ernstfall eintritt, leider immer größer. Deshalb fordern wir die Lokalpolitiker auf, solche Ansiedlungen von potentiellen Rüstungsfirmen sehr kritisch zu prüfen und vor allem die Bevölkerung transparent zu informieren und am Entscheidungsprozess zu beteiligen.“
Das BSW will nicht darauf vertrauen, dass in Kremmen Drohnen produziert werden, deren Funktion schon seit Jahren von handelsüblichen Drohnen erfüllt werden kann. „Dafür braucht es kein Berliner Start-Up mit Verbindungen zur Rüstungsindustrie und zur NATO.“, heißt es dazu in der Pressemitteilung. Die weitere Entwicklung will die Partei kritisch verfolgen.
[1] Pressemitteilung des BSW KV Oberhavel vom 24.10.2026
[2] https://www.oranienburg.de/Rathaus-Service/B%C3%BCrgerinformationen/Kampfmittelsuche/
[3] https://www.oranienburg.de/media/custom/2967_6598_1.PDF?1679334934
BF/JM
