Negatives Finanzergebnis für 2025 erwartet. Kreisverwaltung kündigt Haushaltssperre an. Grundsätzlicher Einstellungsstopp ab sofort.
In einer aktuellen Pressemitteilung weist der Landkreis darauf hin, dass nach dem vorläufigen Jahresabschluss 2025 mit einem negativen Finanzergebnis in Höhe von 15,1 Mio. Euro gerechnet werden muss. Als Grund nennt die Kreisverwaltung steigende Ausgaben bei gleichzeitig rückläufigen Landes- und Bundeszuweisungen.
Der Kreishaushalt 2026 umfasst insgesamt Aufwendungen von gut 640 Millionen Euro. Der größte Anteil entfällt der Pressemitteilung zufolge auf Sozialleistungen in den Bereichen Jugend, Migration und Sozialhilfe.
„Auf diese Ausgaben haben wir so gut wie keinen Einfluss, sie treffen uns aber direkt. Inzwischen hat sich die Lage deutlich zugespitzt“, sagt Landrat Alexander Tönnies.
Vor diesem Hintergrund kündigt die Kreisverwaltung an, in Kürze eine Haushaltssperre zu erlassen. Zuvor sind alle Bereiche aufgefordert, weitere Einsparmöglichkeiten aufzuzeigen, um das Defizit nicht weiter zu verschärfen. Klar ist aber schon jetzt, dass Oberhavel für 2026 geplante Projekte und Investitionen streichen oder verschieben muss. Dazu gehören insbesondere auch Bauvorhaben.
In den kommenden Wochen sollen alle Ausgaben detailliert auf den Prüfstand gestellt und anschließend mit der Kreispolitik beraten werden. Parallel gilt in der Kreisverwaltung ab sofort ein grundsätzlicher Einstellungsstopp.
Zur Lösung der Probleme will Landrat Tönnies den Kreistag einbinden. Ein Haushaltsbegleitausschuss soll direkt an der Haushaltsaufstellung des Kämmerers für
die kommenden Jahre mitwirken und Einsparungsmöglichkeiten diskutieren. Über die Gründung des Gremiums soll der Kreistag am 29.04.26 entscheiden.
BF/JM