Am 22. Juni jährt sich der deutsche Überfall auf die Sowjetunion zum 85. Mal. Verschiedene Initiativen rufen zum Gedenken an dieses Ereignis auf.
Die erste und wohl auch wichtigste Kundgebung findet bereits am 20.06.26 von 13-15 Uhr am Brandenburger Tor statt mit anschließendem Weg des Gedenkens zum Sowjetischen Ehrenmal Tiergarten. Organisiert wird die Aktion vom Bündnis „Russland ist nicht unser Feind“ um Christiane Reymann. In Ihrem Aufruf kritisieren sie die Feindbilderzeugung in Politik und Medien sowie die Geschichtsvergessenheit prominenter Politiker wie Bundesaußenminister Wadephul.
Als private Initiative ist der Aufruf von Hildegard und Michael Kaethner zu verstehen. Sie laden dazu ein, am 22. Juni zwischen 10 und 11 Uhr Blumen zum Gedenken an die Opfer des deutschen Angriffes am sowjetischen Denkmal in Müncheberg abzulegen (Ehrenmal am Rondell der 15 Unionsrepubliken, Karl-Marx-Straße/B168). In dem Aufruf heißt es:
Wir sind der Meinung, dass es in der Zeit des regierungsgeforderten Wiedererstarkens der deutschen Aufrüstung ein unübersehbares Zeichen für Völkerverständigung als auch des Begreifens der historischen Verantwortung für den deutschen Angriff am 22. Juni 1941 auf die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken bedarf.
Die Aktion des Friedensbündnisses Bernau-Panketal am 23.06.26 um 17 Uhr in der Mensa Zepernick (Schönerlinder Straße 43-47) ist zwar keine Gedenkfeier im eigentlichen Sinne aber im Kontext der aktuellen Kriegsertüchtigung zu sehen. Das Bündnis lädt interessierte Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern dazu ein, sich über das Grund- und Menschenrecht zur Kriegsdienstverweigerung zu informieren. Dazu wurde Yannik Kiesel von der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e. V. eingeladen. Er steht Interessenten Rede und Antwort.
Text: Jan Müggenburg
