Auch die Oberhavelkliniken bieten die Möglichkeit, Eigenblutvorräte anzulegen. Dies geht aus der Antwort des Landkreises auf eine Anfrage der Kreistagsabgeordneten Grit Hörig und Thomas Kay (beide AfD) hervor. „Das Angebot, Eigenblut zu bevorraten ist vorhanden; diese Möglichkeit wird aber nicht genutzt.“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme der Kreisverwaltung. Die Frage, wie diese Möglichkeit kommuniziert werde, beantwortet die Kreisverwaltung nicht.
Zu den Vorteilen der Eigenblutbevorratung gibt das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) an:
„Bei elektiven chirurgischen Eingriffen (planbaren Operationen) ist die Eigenblutspende vor Operation mit Retransfusion (Rückgabe der Eigenblutspende) nach Operation möglich und hat für den Patienten erhebliche Vorteile:
– Transfusion von Fremdblut kann weitgehend oder sogar vollständig vermieden werden, wodurch die Gefahr von Infektionserkrankungen wie Hepatitis (Leberentzündung), Lues (Syphilis), Zytomegalie, AIDS reduziert wird. Das trifft auch für Immunisierung (Bildung von Antikörpern)
gegen Antigene (Gewebeeigenschaften) zu, die sich auf roten und weißen Blutkörperchen sowie Blutplättchen befinden.
– Bei bereits bestehender, nicht immer nachweisbarer Immunisierung (Vorhandensein von Antikörpern) können Transfusionsreaktionen vermieden
werden.
– Durch die Spende vor Operation wird die Blutkörperchenneubildung angeregt, so dass bei gleichzeitiger Eisenannahme Blutverluste während und nach der Operation besser vertragen werden können.“ [1]
BF/JM
